tum­blr: ab mor­gen mehr geld, aber eine zukunft?

yahoo is buying tumblr - source http://bit.ly/12EES3i

yahoo vor der über­nahme von tum­blr. der beliebte blog­ging­dienst …” so oder so ähnlich las sich das ges­tern auf dem info­screen in der ubahn-haltestelle auf dem weg ins theater. erstaunlich über­haupt, wie diese mel­dung in aller welt rasende ver­brei­tung fin­det. gedan­ken zu einem neuen “traum­paar” in der welt des internets

#1 money makes tum­blr go round

es ist nicht das erste mal, dass mich tum­blr umtreibt. neu­lich schrieb ich drü­ben im akom360 blog dar­über, dass der blog­ging­dienst mit sei­nem ceo david karp unter erheb­li­chem druck sei­tens der inves­to­ren steht. grund dafür: tum­blr hat seit sei­ner grün­dung 2007 geschätzte 125 mio. $ erhal­ten, aber letz­tes jahr ledig­lich 12 mio $ gewinn ein­ge­fah­ren wenn es wohl auch das beste ergeb­nis in der geschichte des 6 jahre alten netz­wer­kes war.

das heißt, an die­ser front muss sich was tun. man hat ende 2012 und anfang 2013 im bereich wer­be­for­mate zuge­legt. aller­dings reicht dies wohl kaum aus, das kom­mu­ni­zierte und von vie­len belä­chelte ergeb­nis von 100 mio. $ gewinn in 2013 zu erreichen.

die 1,1 mrd. $, die der­zeit als preis für tum­blr ange­nom­men wird, würde für karp und tum­blr mit einem schlag etli­che pro­bleme lösen. mit dem lila‘nen suchmaschinen-riesen könnte man das adver­ti­sing und tar­ge­ting pro­blem effek­ti­ver ange­hen als bis­her. im gegen­zug würde man yahoo-dienste inte­grie­ren müs­sen. zudem könnte man end­lich die inves­to­ren ruhig stellen.

wie yahoo mit dem pro­blem porn-content umge­hen wird (wenn es denn ein pro­blem ist), der tum­blr immer noch traf­fic beschert, ist eine andere frage. “Porn now makes up a smal­ler pro­por­tion of its traf­fic than it has in the past … Yahoo may have to tread care­fully with sug­ges­tive con­tent. There are rea­sons why Tum­blr is popu­lar with young people. Pru­dish­ness is not high on that list”, stellt die Busi­ness­Week fest.

#2 yahoo will cool wer­den, nicht tumblr

nach­dem das yahoo board heute dem plan von ceo marissa mayer zuge­stimmt hat — bei tum­blr hatte man das schon erle­digt — geht alle welt davon aus, das mor­gen auf der eilig anbe­raum­ten pres­se­kon­fe­renz der deal öffent­lich gemacht wird.

die­ser würde zei­gen, dass sich yahoo sei­ner lage bewusst ist. yahoo muss wie­der vor­wärts kom­men, spe­zi­ell im hin­blick auf den wett­be­werb mit den ande­ren gro­ßen wie dem riva­len google oder face­book und twit­ter. im ver­gleich zu ihnen gilt yahoo als so was von uncool, dass man sich in den usa schon schä­men muss, dort eine mail­adresse zu besit­zen. das pen­dant in deutsch­land könnte gmx sein. oder web.de ;)  

spass bei­seite: fakt ist, das mit dem amts­an­tritt von mayer yahoo auf­grund einer prall gefüll­ten por­to­kasse aus ein­kaufs­tour ist und spe­zi­ell im mobile bereich star­tups gekauft hat. mit tum­blr würde man eine grö­ßere num­mer ein­kau­fen, die über viele aktive mit­glie­der — spe­zi­ell auch im bereich mobile — mit noch mehr con­tent ver­fügt. zudem: tum­blr ist cool. tum­blr ist in. also zumin­dest wenn man den rie­si­gen ame­ri­ka­ni­schen markt betrach­tet. im aus­land sieht es anders aus. aber in den usa ist spe­zi­ell die alters­gruppe 18 bis 24 stark ver­tre­ten. und diese wie­derum gibt es bei yahoo so gut wie nicht mehr. also ist es fol­ge­rich­tig, sich tum­blr zu angeln.

ob der preis gerecht­fer­tigt ist, müs­sen andere ein­schät­zen. immer­hin wird tum­blr der­zeit auf 800 mio. $ taxiert. kom­men die 125 mio. $ von den inves­to­ren dazu, nähert man rasch dem mög­li­chen kauf­preis von 1,1 mrd $.

kurz zu dem ding mit dem cool sein. ich halte die­ses argu­ment für rich­tig und falsch. was ziel­grup­pen und image angeht, klar, da komme ich mit. aber ist das aus­schlag­ge­bend für einen sol­chen deal, der unter umstän­den dazu füh­ren könnte, dass die “gekaufte braut” tum­blr an cool­ness ein­büßt, was sich in abwan­de­run­gen von nut­zern zei­gen könnte? ingrid lun­den hat ja auf tech­crunch dar­auf­hin gewie­sen, wel­chen ein­druck tum­blrs zah­len der­zeit bei ihr hin­ter­las­sen: “Not a sin­king ship, but not a zippy little speed­boat, eit­her. Yahoo’s MyS­pace, indeed.”

#3 die mär vom “last day at tumblr”

ich bin in vie­ler­lei hin­sicht ein idea­list. ich habe damit abso­lut kein pro­blem. nur: ich habe ein pro­blem damit, wenn ich auf tum­blr nach dem tag “yahoo” suche und jede menge pro­test finde, der in die rich­tung “yahoo ist scheisse! und wenn der deal durch­geht, bin ich weg” geht. warum? weil die wenigs­ten dies machen werden.

man hat sich über die jahre an tum­blr gewöhnt. man hat sein netz­werk dort, man wird ge-rebloggt, geli­ked etc. das eigene “inhalte-erstellungs– und ver­tei­lungs­net­werk ist eta­bliert und man will es nicht mis­sen. des­halb begeh­ren die nut­zer auf. sie sind auf­ge­scheucht, wie auch ich in gewis­ser weise auf­ge­scheucht war, als es um die abschal­tung des google rea­der vor wochen ging. aber: die meis­ten von ihnen wer­den blei­ben. auch beim google rea­der wur­den peti­tio­nen ein­ge­reicht. was haben sie bewirkt. nichts. bei tum­blr wird es nicht viel anders sein. ich könnte wei­tere bei­spiele anführen.

(exkurs: ich merke auch, wie ich immer ent­spann­ter werde. was die tech­ni­sche infra­struk­tur des social webs angeht, so ist darin eben nichts von ewig­keit. das soll­ten wir uns immer wie­der ein­mal in erin­ne­rung rufen. anders gesagt: in jedem idea­lis­ten steckt auch ein klei­ner rea­list. sollte zumin­dest ;)  )

es sei denn: yahoo tritt auf wie der “ele­fant im por­zel­lan­la­den”. dann könnte eine mas­sen­flucht begin­nen. näm­lich, wenn yahoo tum­blr ver­ein­nahmt, gar den dienst ein­stampft oder die marke ver­schwin­den lässt. das beste wäre, tum­blr ein größt­mög­li­ches maß an selb­stän­dig­keit zu las­sen. und klar, die ein­griffe durch wer­bung müß­ten in homöpa­thi­schen dosen erfol­gen. umge­kehrt könn­ten tumbr user davon pro­fi­tie­ren, dass oft kri­ti­sierte miß­stände durch yahoo besei­tigt wür­den. vor­stell­bar wäre die ein­füh­rung von sta­tis­ti­ken für nut­zer oder die suche über tags hin­aus. es wird die “gret­chen­frage” sein, wie sich yahoo und tum­blr im all­tag ver­ste­hen werden.

im mit­tel­punkt des thea­ter­stücks ges­tern abend stand übri­gens das fege­feuer. irgend­wie passend.

bild­quelle: dafür soll­test du älter als 18 Jahre sein, sonst beißt dich ms. angel ;) http://bit.ly/12EES3i )

dri­venow: all­tags­lu­xus mit schwächen

drive now coverphoto facebook page

sie heißt rebecca. wie sie da im abend­licht in ihrer zurück­hal­ten­den art steht mit ihrem chocolate-farbenen teint. sie ist jung und hung­rig und ja, der liebe gott weiß und sieht es: sie ist gut gebaut mit einem süßen heck sowie einem klei­nen ver­deck. und sie hat etwa 300km auf dem buckel.

300km??? ja, rebecca ist ein mini cooper in diens­ten des popu­lä­ren urba­nen car­sha­ring diens­tes dri­venow in der baye­ri­schen landeshauptstadt.

dri­venow. inzwi­schen habe ich einige male die flotte flotte des pre­mium car­sha­ring anbie­ters aus­pro­biert, der  ein joint ven­ture aus der bmw group und des auto­ver­mie­ters sixt ist, und der gerade erst sei­nen 100.000 kun­den in deutsch­land begrüßte.

zufäl­lig las ich heute die brand eins, jenes maga­zin, wel­ches es auch für fuss­ball gibt. da heißt es hat elf freunde. ok, schlech­ter scherz. aber gut, ich blät­terte also darin und was darf darin nie feh­len? genau, die welt in zah­len. und was steht da geschrie­ben? ich sage es euch: dri­venow ist hip und abso­lut in einer boombranche.

 Nut­zer von Carsharing-Angeboten ohne feste Rückgabe-Station in Deutsch­land im Jahr 2012: 42000 Nut­zer

Nut­zer von Carsharing-Angeboten ohne feste Rückgabe-Station in Deutsch­land im Jahr 2013: 183000 

Anteil der Nut­zer, die 2012 in Deutsch­land zum Zeit­punkt der Regis­trie­rung ein eige­nes Auto besa­ßen, in Pro­zent: 43,4

Anteil der Nut­zer, die sie­ben Monate nach der Regis­trie­rung noch ein eige­nes Auto besa­ßen, in Pro­zent: 19

drivenow 100000 kunden

mit mei­nen tref­fen mit rebecca und wie sie alle hei­ßen wirke ich also daran mit, dass dri­venow wächst. “über­haupt sorgt der monat märz bei dri­venow für gute stim­mung, das münch­ner unter­neh­men ver­zeich­nete ins­ge­samt mehr als 10.000 neu­kun­den, täg­lich wür­den sich der­zeit laut dri­venow bis zu 500 neue mit­glie­der regis­trie­ren. damit zähle man nach nur 21 Mona­ten seit dem start bereits zu den am schnells­ten wach­sen­den carsharing-anbietern in deutsch­land. die knapp 1.500 fahr­zeuge in den fünf drivenow-städten ber­lin, mün­chen, düs­sel­dorf und köln wur­den im märz rd. 200.000x ange­mie­tet, was eben­falls einer neuen best­marke entspricht.” interessant übri­gens ist auch, dass die die meis­ten kun­den (93%) so wie ich rebecca & co. mobil buchen.

und jetzt kommt es, das aber. wie soll ich das jetzt schrei­ben ohne undank­bar zu erschei­nen für die­sen rol­len­den luxus, der im übri­gen in den meis­ten fäl­len über start-stopp-automatik ver­fügt, sitz­hei­zung ein­schließt oder leder­sitze oder cabrio oder oder oder.… aber jetzt wirk­lich, das aber:

lie­bes dri­venow team, eure klei­nen, knuffi­gen wie sport­li­chen stadt­flit­zer, die ich so gern habe, haben über die maßen oft einen makel: sie sind außen wie innen schmut­zig! vor­ges­tern etwa war, wenn ich mich recht erin­nere, tas­silo nicht nur im innen­raum schmut­zig und das gps per­ma­nent auf stand­ort­su­che, son­dern auch ein gebrauch­tes taschen­tuch rollte gemein­sam mit mir durch die stadt. und: nein, es war kei­nes­wegs von mir. zudem war das auto auch von außen län­ger nicht mehr mit einer dusche belohnt worden.

nur für den fall dass ihr meine anga­ben che­cken wollt: schaut mal nach, wie ich das auto vor­ge­fun­den habe. da geht der dau­men näm­lich nach gaaanz unten…

drivenow taschentuch und gps

warum, lie­bes dri­venow team, ist das so? ich bezahle doch für pre­mium car sharing, für einen anbie­ter mit wach­sen­der mar­ken­be­kannt­heit und wie es heißt, “einem sehr guten image”. und ich bin bereit, mir in gewis­sen situa­tio­nen die­sen luxus im all­tag zu leisten.

eine sol­che schwä­che sollte abge­stellt wer­den. ich weiß nicht, wie ihr es hand­habt mit der säu­be­rung der flitzer-flotte, aber ich und wahr­schein­lich viele andere kun­den wür­den es zu schät­zen wis­sen. gegen ein paar krü­mel am fuß­bo­den habe ich nichts und die gehö­ren auch dazu. aber was ich in letz­ter zeit — aus­nahme rebecca ;) — zu sehen bekam, fand ich alles andere als angenehm.

ich würde mich freuen, wenn ihr, lie­bes dri­venow team, zur tat schrei­tet! für eure kun­den. für das pre­mium. für euer image. und vor allem: für unse­ren unge­trüb­ten fahrspass!

(bild­quel­len: dri­venow web­site und face­book seite sowie eigene aufnahmen)

google rea­der: komfortende

googlereader-ankündigung

das war‘s mit google rea­der. ende gelände. das ende einer guten und pro­duk­ti­ven freund­schaft. das infor­ma­ti­ons– und nachrichten-dashboard par exel­lence hat fer­tig. erst das zusam­men­wir­ken mit google buzz, dann immer mehr als mobile ver­netzte infor­ma­ti­ons­struk­tur via flip­board (one-way-anbindung zu google rea­der, face­book, twit­ter, google+, lin­ke­din, ins­ta­gram sowie app eige­nen rubri­ken und con­ten­t­an­bie­tern plus) und feedly (one-way-anbindung an google rea­der, push zu face­book, google+ und twit­ter)  und natür­lich wei­ter­hin auf dem desk­top mit anbin­dung an google+.

googlereader-plustausend

jeden tag der hin­weis, dass noch über tau­send arti­kel unge­le­sen dar­auf war­ten, “ge-scannt” zu wer­den. damit soll nun schluss sein? jein.

ers­tens: es ist wich­tig, sich nach einer gewis­sen zeit immer mal wie­der vom sofa zu erhe­ben. und wenn es nur für den gang um das quar­tier ist und man dabei auf ein kalt­ge­tränk sei­nes ver­trau­ens stößt. das leben ist nicht so bequem wie es manch­mal scheint. es über­rascht. es quält sogar. aber wenn ich eines gelernt habe: das inter­netz wan­delt sich immer wie­der aufs neue, gera­dezu wie ein cha­mä­leon seine haut­farbe der umge­bung anpasst.

wenn es so daher kommt mit sei­nen vie­len annehm­lich­kei­ten, dis­rup­tio­nen und  inno­va­tion wie google, face­book und unend­li­chen apps, dann darf man sich dabei gewiss sein: es bewegt sich und kann schon mor­gen ganz anders aus­se­hen, sich anfüh­len und sich bewegen.

und heute mor­gen hat es sich wie­der ein­mal bewegt, her­aus aus einer wirt­schaft­li­chen ent­schei­dung, die rss-technologie und ihre wei­ter­ent­wick­lung viel­leicht sogar zu befeu­ern. wer weiß.

aber erst­mal ist da die­ser schmerz, der ent­steht, wenn gewohn­tes in gefahr ist, weg­zu­bre­chen. nur dann zeigt sich doch eigent­lich im grunde, wie sehr man selbst im stande ist, aus der situa­tion gestärkt her­vor­zu­ge­hen. die ero­sion des gewohn­ten kann der anfang des neuen sein.

zwei­tens: alter­na­ti­ven gibt es. sich aber zu ent­schei­den und das pas­sende zu fin­den, dau­ert ein wenig. man ist es ja auch nicht gewohnt, sich täg­lich ein neues zuhause zu suchen. so ist es ein wenig mit dem google rea­der. er beglei­tet mich seit mei­ner zeit bei bmw. das war so ab ende 2007. jetzt haben wir anfang 2013.

und in der zwi­schen­zeit hat sich bei rss ja auch nicht viel getan, muss man sagen. alleine die vie­len apps, die inhalte nach inter­es­sen sor­tie­ren, hät­ten mir ja schon zu den­ken gege­ben. man stelle sich mal vor wie eine app inhalte nach eige­nen inter­es­sen kura­tiert und darin zusätz­lich die unmen­gen rss feeds mei­nes rea­ders sowie die feeds mei­ner netz­werke inte­griert? das wäre ein glücks­mo­ment son­ders­glei­chen. ein wenig ist das ja bei flip­board der fall, das ja schon seit gerau­mer zeit geschmei­dig in magaz­in­form daherkommt.

aber mal ehr­lich: will ich das? ich will ein­fach die schmale, rot­zige head­linelas­tige art des google rea­ders mit der ent­spre­chendne ein­stel­lung und der inter­gra­tion mei­ner netzwerke.

und da kommt mir feedly ent­ge­gen und ist der­zeit mein favo­rit. das ein­zige manko: meine netz­werke wer­den nicht inte­griert, ich kann sie nur zum teil belie­fern (s.o.). gut so ist auch flip­board, aber dort ist die inte­gra­tion auf meh­rere für mich rele­vante social media kanäle aus­ge­dehnt und lie­fert zusätz­lich meine rss feeds aus. und das alles beim durch die gegend stol­pern, weil man die füße nicht hebr, weil man sie wegen des kno­chens nicht sieht.

bis zum 1.7. ist noch zeit. und die wun­den wer­den pünkt­lich geleckt sein. bis dahin emp­fehle ich in einer ruhi­gen minute fol­gende dienste aus­zu­pro­bie­ren: feedly, flip­board, news360, theold­re­a­der, pris­ma­tic. da sollte schon was was dabei sein.

rock ‘n‘ roll is here to stay

30. april — das ende von posterous

das ende von posterous

seit ges­tern ist es nun offi­zi­ell: pos­te­rous, das vor jah­ren ange­tre­ten war, um als inno­va­tive, schnelle kleine blogging-software wordpress.com, wordpress.org, blog­ger & co. das fürch­ten zu leh­ren, steht vor sei­nem aus: am 30. april wird es ein­ge­stellt. endgültig.

vie­len war es klar, dass dies frü­her oder spä­ter pas­sie­ren musste, hatte twit­ter doch nach dem kauf von pos­te­rous kei­ner­lei inter­esse an der soft­ware und der fort­ent­wick­lung des tools gezeigt. ok, es gab noch eine kleine app, die auch gar nicht schlecht war, aber für twit­ter inter­es­sant an dem deal war ein­zig das team und des­sen know howh.

mein pos­te­rous hatte hoch­zei­ten, wie etwa 2010. das hat sich dann gelegt, als nach dem wordpress.com blog ein rich­ti­ges blog da war. aller­dings gab es natür­lich auch einen haken: es war mit­un­ter echt lang­sam. einen klei­nen peak erlebte mein pos­te­rous mit der über­ar­bei­te­ten app, die es mir ermög­lichte, auf ange­nehme art und weise mit dem smart­phone kleine situa­tive blog­posts ein­zu­stel­len, was mit der von word­press ange­bo­te­te­nen app irgend­wie kei­nen rech­ten spass macht(e).

tja. und ges­tern nun lass ich die­sen blog­post vom ende am 30. april und dachte mir, dass ich das, was ich da geschrie­ben habe, aber nicht ver­ge­hen las­sen möchte. also habe ich mal geschaut, wie man es in ein selbst­ge­hos­te­tes blog wie mei­nes impor­tie­ren kann. dafür gitb es ein klei­nes plu­gin namens pos­te­rous impor­ter, was man danach nie wie­der benö­ti­gen wird.

so habe ich nun alle texte in die­sem mei­nem blog. und twit­ter kann von mir aus schon heute den ste­cker zie­hen. schade finde ich es trotz­dem irgend­wie. aber so ist das inter­netz: nichts ist für die ewigkeit!

wobei: wie ist das eigent­lich mit word­press? sind wir hier sicher ;)

bild­quelle: screen­shot von http://blog.posterous.com/thanks-from-posterous

blog­ger und jour­na­lis­ten sind eins.

ziri rideaux in venice beach by federicoandree / cc-by-sa-3.0eine frage von frank zim­mer. eine ant­wort von sascha lobo. es bleibt die erkennt­nis, dass die rea­li­tät längst an der ideo­lo­gi­schen dis­kus­sion blog­ger vs. jour­na­lis­ten vor­bei­ge­zo­gen ist. sie befin­det sich auf dem weg in die selbst­ver­ständ­lich­keit. die dis­kus­sion aber ist ste­hen­ge­blie­ben am weges­rand. sie scheint zu ver­har­ren und ver­ein­samt zunehmend.

frage “kom­plexe the­men schei­nen in blogs mit­un­ter in bes­se­ren publi­zis­ti­schen hän­den zu sein als bei klas­si­schen zei­tungs– oder maga­zin­mar­ken. wie lange reden wir eigent­lich noch über den unter­schied zwi­schen blog­gern und “klas­si­schen” journalisten?

ant­wort reden wir? wer ist wir? diese unter­schei­dung ist künst­lich, wenn man sich die prä­gen­den stim­men der blog­welt ansieht. nig­ge­meier, schrupp, michal, bunse, von geh­len – von zehn belie­bi­gen blog­gern mit mehr als fünf lesern sind min­des­tens die hälfte jour­na­lis­ten oder doch pro­fes­sio­nelle kom­mu­ni­ka­to­ren. umge­kehrt halte ich es für jeden jour­na­lis­ten eigent­lich für essen­zi­ell zu blog­gen. wer das nicht tut, han­delt nach mei­ner über­zeu­gung fahr­läs­sig. denn das publi­kum dort drau­ßen ent­wi­ckelt sich wei­ter und ent­deckt neue ansprü­che, die eben nicht mit einer pöbel­ver­seuch­ten kom­men­tar­spalte erschöpft sind. die­sen direk­ten kon­takt sollte man suchen, wenn man wis­sen will, für wen man eigent­lich schreibt. aber auch nur dann.”

quelle: “was auf twit­ter nicht zün­det, wird im netz nur sel­ten groß”, w&v, 13.02.2013

bild­quelle: ziri rideaux in venice beach by fede­ri­co­and­ree / cc-by-sa-3.0

ins­ta­gram: kein bei­spiel für geduld im social web. oder?

world clock

in “echtzeit-zeiten” und wie­der­keh­ren­den rekor­den bei der nut­zungs­in­ten­si­tät von social media kanä­len wür­den viele spon­tan ant­wor­ten: ja, geduld spielt keine rolle. mit geduld lockt man keine maus zum ret­weet, like oder share im social web her­vor. auf auf, wir haben keine zeit und jagen der infor­ma­tion, news, mel­dung usw. hin­ter­her. geduld wirkt da wie eine Hand­bremse, die man bei vol­ler fahrt anzieht.

eine min­der­heit würde mit nein ant­wor­ten. ein schnel­les urteil kann fehl­lei­ten. ein schnel­les urteil auf basis eini­ger ‚win­zig klei­ner infor­ma­ti­ons­brö­sel ist kein urteil, son­dern ein schnell­schuss. und die­ser geht in der regel immer nach hin­ten los.

schnell­schüsse statt geduld

es gibt aber auch schnell­schüsse, die so viele mäuse im social web her­vor­lo­cken, dass man sich fra­gen kann, ob da hirn im spiel ist oder nicht viel­mehr vakuum. und mit vakuum meine ich, das aber auch jede maus schnell einen ret­weet, like, share, mel­dung, blog­post usw. raus­hauen muss. und alle schrei­ben das glei­che, um das größte stück vom gereif­ten brie, camem­bert, man­chego oder grana pad­ano zu ergattern.

so ein käse war etwa die dis­kus­sion um ins­ta­gram. von novem­ber bis anfang januar waren die mäuse in auf­ruhr; erst wegen der agb-änderungen, dann wegen der sin­ken­den nut­zung­zah­len und schließ­lich wegen der doch nicht sin­ken­den nut­zungs­zah­len. und alle mäuse woll­ten einen mög­lichst gros­ses stück vom käse. mit dabei waren, wie ein blick auf die google such­er­geb­nisse zeigt, bekannte und nam­hafte zei­tun­gen, bou­le­vard­ma­ga­zine oder tech-magazine.

die katze war dabei nicht sam mit sei­nen augen­brauen, der der­zeit für furore sorgt, son­dern ins­ta­gram selbst. die katze zeigte ihre kral­len und offen­barte rund 100 Mio. monat­lich aktive Nut­zer. das gab es zuvor nicht. ins­ta­gram, wie zuvor schon google, face­book oder lin­ke­din, hielt sich lange bedeckt, was genaue zah­len zur nut­zung der eige­nen platt­form anbe­trifft. dies scheint sich geän­dert zu haben.

um es vor­weg­zu­neh­men: ins­ta­gram kann es sich nicht erlau­ben, bei den zah­len zu mogeln. und ja, ins­ta­gram ist die­sen schritt auf­grund des öffent­li­chen drucks auf­grund der von ihm ver­schul­de­ten agb-debatte gegangen.

aber: erst hor­ror­mel­dun­gen zu ver­fas­sen, dass ins­ta­gram mäch­tig an nut­zern ver­liert (bei­spiele: “ins­ta­gram ver­liert die hälfte sei­ner stamm­kun­den”, “ins­ta­gram ver­liert 50% sei­ner akti­ven nut­zer in einem Monat”, “ins­ta­gram ver­liert hälfte der stam­mu­ser” oder “user lau­fen foto­dienst davon — ins­ta­gram ver­liert mas­sen­haft nut­zer…”) — was so gar nicht offi­zi­ell bestä­tigt wurde -, um dann hin­ter her zu schrei­ben, dass es doch nicht so wild sei und dabei auf die von ins­ta­gram ver­öf­fent­lich­ten zah­len zu ver­wei­sen, das ist für mich vakuum.

es geht dabei ganz gewiss nicht um geduld. was zählt ist schnel­lig­keit, auf­merk­sam­keit und views. das finde ich zutiefst bedau­er­lich. vor allem dann, wenn es nicht nur die tun, von denen man es sich ins­ge­heim denkt, son­dern wenn auch jene dabei sind, die qua­li­tät in der regel großschreiben.

muss man denn heut­zu­tage hin­ter jedem käse herjagen?

Bild­quelle: “Es schlägt 5 vor 12!”, eige­nes Telefon

plan b in mün­chen: tour­auf­takt mit maß

plan b in münchen 2012

plan b zum tour­auf­takt in mün­chen 2012 — hier front­mann johnny häusler

wie die zeit ver­fliegt. es kommt mir vor als wäre es ges­tern abend gewe­sen, als plan b mit johnny häus­ler am mike “dancing pro­pa­ganda” zum tour­auf­takt in mün­chen anstimmten.

ja klar, es sind schon fast zwei monate seit die­sem abend ver­gan­gen und die 2012er “com­ing back for more”-tour rum. man darf gespannt sein, was die plan b man­nen 2013 auf die bein stel­len. immer­hin haben sie neue songs angekündigt…

mir war und ist es ein bedürf­nis, nicht nur hier in mei­nem klei­nen blog mal wie­der etwas zu schrei­ben, son­dern euch auch an mei­nen gedan­ken zu plan b teil­ha­ben zu lassen.

its only rock ‘n‘roll but i like it!

da kommst du abends in die pas­sage vor dem 59:1, eine gute idee zu früh vor dem kon­zert. und wer fängt da bei einer ziggi an neben einem die jüngs­ten mel­dun­gen auf dem smart­phone zu che­cken? johnny häus­ler.

ich dachte ja, er müßte pro­ben, sich abstim­men usw., was man halt so macht, wenn gleich die tour beginnt und man seit jah­ren nicht mehr auf der bühne stand. zumal nicht in die­ser neu­for­mier­ten runde. und was sagt johnny? schön dass ihr da seid, aber bevor ihr euch ne erkäl­tung holt, geht noch mal einen trin­ken um die ecke.

gemacht getan. wir waren übri­gens im cor­leone, einer klei­nen fei­nen bar, in wel­cher ein lie­der­ma­cher mit sei­ner gitarre nach­denk­li­che herbst­songs auf­spielte. ein wenig schräg aber mit herz­blut. und so wur­den aus einem hel­len gleich mal zwei helle. schließ­lich war es lus­tig und warm.

johnny und die sei­nen waren denn auch schon ordent­lich am spie­len, als wir ein­tra­fen und mich eine stim­mung in ihren bann zog, die irgend­wie so mischung zwi­schen “geile zeit damals” und “ehr­li­cher rock ‘n‘roll” war. johnny gab am mike wäh­rend der 2 Stun­den alles und klar, immer wie­der konnte man hören, wie es in sei­ner stimme kratzte und sie kurz vor dem anschlag ankam, was aber dem sound kei­nen abbruch tat. im gegen­teil: es war ehr­lich und hin­ge­bungs­voll, was die jungs da auf­ge­spielt und gezeigt haben! lei­den­schaft­li­cher rock ‘n‘roll pur, unter­bro­chen immer mal wie­der mit klei­nen ein­bli­cken von johnny, wie das damals war mit henry rollins oder  ihren gigs in den usa.

ins­ge­samt wer­den wir plus­mi­nus 100 leute gewe­sen sein. eine ange­nehme menge, in wel­cher man platz zum dan­cen hatte, zum andäch­ti­gen gedan­ken­schwei­fen oder ein­fach nur zum schwit­zen, wenn man ver­ges­sen hatte, die jop­pen aus­zu­zie­hen oder weil man dazu zu faul war.

und dann war schluss. alle hits gespielt. ende. stimme krat­zig. die jungs offen­sicht­lich zufrie­den. die smart­pho­nes wur­den ein­ge­steckt, updates auf face­book, ins­ta­gram & co. waren gemacht. also, raus auf eine ziggi vor die tür eben wie­der in diese pas­sage, die so sehr an die 70er erin­nert und an deren ende man eher ein klei­nes kino erwar­tet als einen livecub.

die tür geht auf und wie­der steht johnny da. mit­ten unter uns. zufrie­den schaut er aus. schmal ist er. ein­we­nig ver­schwitzt. bei einem bier und ne ziggi freut er sich, dass wir kamen und erzählt, wie das ist, wenn man sich die rechte an den songs zurück­ho­len muss, wie das mit dem boo­king aus­schaut oder wie es kam, dass horn­bach beim stu­dio­bau behilf­lich war.

ein wun­der­ba­rer abend neigte sich dem ende. in der s-bahn lach­ten wir, summ­ten dancing pro­pa­ganda, freu­ten uns über die neu­er­wor­bene plan b stoff­ta­sche in schwarz mit wei­ßem auf­druck und ärger­ten uns, johnny nicht wenigs­tens ein klei­nes auto­gramm mit foto abge­run­gen zu haben.

aber gut, das werde ich dann bei der dies­jäh­ri­gen re:publica 13 nach­ho­len ;) ich bin gespannt, wie es mitf plan b wei­ter­geht. soll­tet ihr mal die chance für tickets haben, holt sie euch, denn es wird ein schö­ner abend!

garan­tiert :)

Noch eines: daniel war so gut und orga­ni­sierte für uns die tickets. Mer­cie dafür!